Tortuguero liegt an der karibischen Küste Costa Ricas in
der Provinz Limón, etwa 40 km von der nicaraguanischen
Küste entfernt und ist nur per Boot oder per Flugzeug
erreichbar. Der Name Tortuguero kommt vom spanischem
"tortuga" und heißt: Der Ort an den die
Schildkröten kommen. Tortuguero ist ein kleines Dorf mit
etwa 700 Einwohner, das am Rand des gleichnamigen
Naturschutzgebiet liegt. Das Naturschutzgebiet schützt
den Nationalpark Tortuguero, das Waldreservat Barro
Colorado mit ihrem einzigartigen atlantischen
Tieflandregenwald, sowie 50000 ha der Karibik. Das Gebiet
setzt sich aus mehrere Inseln, sowie Festlandanteilen
zusammen. Der Ort Tortuguero liegt auf der Hauptinsel,
die auf einer Seite von der Karibik begrenzt ist, auf der
anderen Seite von Süsswasser. Sie ist in etwa 36 km
lang, aber höchstens 400 m breit. Dieser Strand ist der
wichtigste Brutplatz der Suppenschildkröte (Chelonia
mydas) der gesamten westlichen Hemisphäre.
Die geschlagenen Baumstämme wurden über das Meer in die Provinzhauptstadt Limón transportiert, aber da die Karibik in diesem Teil sehr wild ist, waren die Verluste hoch. Ende der 60iger wurde ein 80 km langes Kanal- Flussystem von Limón nach Tortuguero ausgebaggert, natürliche Flüsse wurden mit Kanälen verbunden. Bis heute sind diese Kanäle der wichtigste Transport- und Reiseweg nach Tortuguero. In den 70igern wurde dieses System fertiggestellt, aber auch am Ende dieses Jahrzehnt verliessen die Holzfällerkompanien Tortuguero aus privaten und wirtschaftlichen Gründen. Nur wenige Familien blieben in Tortuguero. Erst Ende der 80iger, Anfang der 90iger begann eine neue Immigration durch den Tourismus, die sich bis heute fortsetzt. In den 50iger Jahren wählte der amerikanische Biologe Archie Carr Tortuguero für seine Forschung an den Meeresschildkröten aus. Damals kamen noch viele Schiffe an die Küste Tortugueros um Tausende von Schildkröten für den Export nach USA und Europa abzuschlachten. Auf Archie Carrs Betreiben wurde Tortuguero 1975 unter Schutz gestellt.
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